Monatsarchiv: Februar 2012

Komm zum Punkt!

Die Sonne war rot und golden hinter dem Meer aufgegangen. Susi spazierte mit ihrem kleinen Yorkshireterrier an der Linie des Wassers entlang. Immer wieder sanken ihre Füße weich im nachgiebigen feuchten Sand ein. Das Meerwasser spielte in sanften Wogen an ihrer Haut, während der Hund in wildem Übermut zwischen der Brandung und dem Strand hin und her sprang …

Schöner Einstieg?

Kann sein.

Aber was, wenn es jetzt noch drei Seiten so weitergeht?

Auch gut, meinst Du?

Und was, wenn es um einen Krimi geht?

Kann auch immer noch gut gehen. Allerdings ist der Punkt, dass Du zum Punkt kommen musst in Deiner Geschichte. Das mag Geschmackssache sein, ist heute vielleicht anders als zu Thomas Manns Zeit, in der ein langes Vorgeplänkel durchaus in Ordnung war. Heutige LeserInnen sind an unsere hektische Zeit gewöhnt … und die KäuferInnen entscheiden schnell, oft nach dem ersten Satz, vielleicht geben sie Dir und Deiner Geschichte eine Seite oder zwei. Also mach es ihnen leicht!

 

Was bedeutet das konkret?

 

Wie sollst Du nun zum Punkt kommen?

Erst einmal musst Du Dir darüber klar werden, worum es in Deiner Geschichte geht.

Schreibst Du einen Kriminalroman? Worum gehts darin? Wer sind Täter, was ist passiert, was ist vor Beginn Deiner Erzählung geschehen, was passiert gerade? Wer erzählt? Deine Ermittelnden? An welchem Wissensstand ist diese Person gerade?

Und jetzt gehts um das Zum-Punkt-Kommen: Komm mit Deiner Geschichte zum Punkt! Steig so ein, dass man mitten drin in Deiner Geschichte ist – in welcher Form auch immer. Komm zum Punkt.

Ein furchtbarer Mord ist geschehen, ein ganzer Urlaubsort am Meer fürchtet sich. Niemand wagt es mehr, allein am Strand spazieren zu gehen. Bis auf Susi, mit it ihrem kleinen, unterschätzten Yorkshireterrier, der sie jederzeit verteidigen würde. Denn der ist getarnter Sonderermittler  der Polizei…

Und so weiter. 🙂

Und Du? Wie kommst Du zum Punkt?

Kategorien: Beschreibungen und Setting, Romanschreiben, Stil | 2 Kommentare

Figuren beginnen zu leben

Figuren in einer Geschichte sollen ja keine Pappfiguren sein, denen man bei näherer Betrachtung sofort ansieht, dass sie nicht leben.

Also gilt es, ihnen Fleisch an die dürren Rippen zu geben, sobald die Geschichte / der Plot soweit feststehen. (Das ist natürlich ein wechselseitiger Prozess – Figuren beeinflussen die Handlung und umgekehrt.)

Wie kannst Du Dich Deinen Figuren annähern?

Da wäre zunächst einmal die simple Methode, die Biografie jeder Figur wie einen Lebenslauf zu schreiben.

Die Basisinformationen wie Äußeres, Ausbildung, Job, Familie, usw.

Weiters Charaktermerkmale, Verhaltensweisen, usw.

Eine Möglichkeit, der Figur näher zu kommen, ist, sie Tagebuch schreiben zu lassen oder Briefe.

Sie in bestimmten Situationen näher kennen zu lernen. Wie reagieren sie auf Lob, Enttäuschung oder andere Dinge – wichtig: es muss einen wesentlichen Charakterzug betreffen.

Welche Entwicklung machen sie in Deiner Geschichte durch?

Wo standen sie zu Beginn der Geschichte? Was haben sie bis dahin erlebt?

Weitere mögliche Hilfsmittel:

Lass die Figuren den Fragebogen von Max Frisch beantworten.

Lege Tarotkarten für Deine Figuren.

Lass eine Deiner Figuren eine andere beschreiben. Mach das für jede Figur.

Lies das Horoskop für Deine Figuren.

Wie lernst Du Deine Figuren näher kennen?

Kategorien: Romanfiguren, Romanschreiben | Hinterlasse einen Kommentar

Arbeitsexposé

So, und was gehört jetzt ins Arbeitsexposé?, höre ich Euch fragen.

Ganz klar: Alles, was Du zur Planung Deines Romans brauchst – und im Verlagsexposé nichts verloren hat. Zum Beispiel die Schulzeit Deiner Heldin.

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Gehen wir einmal durch – das brauche ich an weiteren Informationen für meinen (Kriminal-)Roman vorab:

Biografien meiner Figuren:  je mehr Hauptfigur, desto detaillierter. Vor allem jene von TäterIn und Opfer(n), aber auch jene der ErmittlerInnen. Von so einfachen Dingen wie ihrem Aussehen über ihren Werdegang bis zu ihren Aufgaben in meiner Geschichte, wie sie anderen Figuren begegnen, …

Morde/Taten: Ablauf, Tatwaffen, Motiv(e) und dergleichen mehr.

Die Aufklärung: Wie wird ermittelt? Wer deckt was auf? (Va. wenn Du mehr als 1 Erzählperspektive wählst.) Mit welchen Methoden? Von Verhör bis DNA, alle Ideen werden notiert. (Das ist übrigens das Um & Auf meines Arbeitsexposés: Da hinein wandern diverse Ideen, die nicht alle verwendet werden.)

Der Ablauf der Geschehnisse: Eine Chronologie der Ereignisse. Nicht zu verwechseln mit Handlung/Inhalt laut Verlagsexposé: Dort erzählst Du die Handlung, wie sie im Lauf des Buches erzählt wird. Im Gegensatz dazu steht der chronologische Ablauf der Dinge, den Du für den Aufbau Deiner Geschichte brauchst. Was geschah wonach? Was führte wozu? Beispiel: Welche Ereignisse führten dazu, dass der Mörder seinen Plan entwickelt – oder spontan tötet?

Die Handlung ‚en detail‘: Wie willst Du Deine Geschichte erzählen? Basis ist der Inhalt aus dem Verlagsexposé, der erweitert wird – bis daraus dann die Szenenfolge entstehen kann. Wo willst Du einsteigen? Gibt es Rückblicke?

Stimmung der Geschichte: So etwas Ähnliches wie die Aussage, aber nicht ganz dasselbe. Keine Predigt. Bloß eine Grundstimmung. In „Narrentanz“ zB. die Kälte – des Winters, aber auch der Gefühle – die über vielem liegt.

Überthema: Sowas wie die Prämisse, aber auch nicht so ganz. Könnte etwa ‚Fremdsein‘ sein – Berenike fühlt sich als Aussteigerin im Ausseerland fremd, aber auch Mörder und Opfer könnten sich fremd fühlen aus unterschiedlichsten Gründen.

Weitere Aspekte des Themas: Alle Stichworte, die mir zu meinem Thema einfallen.

Weitere Konflikte: zB. zwischen Amateurermittlerin (Berenike, Besitzerin des Teesalons) und dem Kriminalpolizisten (Jonas). Sie haben zB. in „Ausgetanzt“ unterschiedliche Auffassungen darüber, wie ermittelt werden soll + ob die Polizei das Richtige tut … denn Berenike hat ihre eigene Lebensgeschichte, aufgrund derer sie der Polizei gegenüber misstrauisch ist.

Weiterentwicklung der Serienfigur: Welchen Nebenplot möchte ich mit meinen Hauptfiguren verfolgen? Wie wird das Verhältnis zwischen Berenike und Jonas sich entwickeln? Kann sich mit den Konflikten überschneiden.

Perspektive: wer erzählt die Geschichte? Gibt es eine oder mehrere Perspektiven?

Weitere Ideen zur Erzähltechnik: zB. etwas, das man sich gerade vom Film abgeguckt hat.

Und welche Vorarbeiten machst Du für Deine Romane?

Kategorien: Ein Buch schreiben, Romanschreiben | Hinterlasse einen Kommentar

Was in ein Exposé gehört (und was nicht)

Ich kenne viele, Neuautoren wie Etablierte, die drücken sich vor dem Exposé-Schreiben. Warum eigentlich?

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Ich liebe es, mir Exposés auszudenken. Bei mir steht dieser Schritt am Anfang. Zu dem Zeitpunkt ist die Geschichte, die ich erzählen möchte, noch völlig offen. Ich darf alles erfinden, so es die Logik der Geschichte zulässt …!

Sieh es doch mal von dieser Seite!

Aus einem solchen Arbeitsexposé entsteht dann  das Verlags- oder Verkaufsexposé.

Und für dieses gilt es, einen Schritt zurück zu treten und die Geschichte – ja, meine Geschichte – von außen zu betrachten.  Und zwar, weil es der Sinn und Zweck eines Verkaufsexposés ist, die Geschichte zu verkaufen. Deshalb von außen betrachten: Wer soll die Geschichte lesen? Für wen ist sie besonders geeignet? Was macht sie zu etwas Besonderem? In welchem Bereich/Genre ordne ich sie ein?

All diese Fragen sind keine Bösartigkeiten, die sich Verlagsmitarbeiter ausgedacht haben, um Autoren zu quälen + fernzuhalten. Vielmehr helfen sie den Verlagen, eine Geschichte einzuschätzen + später zu verkaufen. Denn das Exposé nimmt, in abgewandelter Form, später auch seinen Weg über die Verlagsvertreter Richtung Buchhandel. Mit diesem bewaffnet, erzählen sie den Buchhändlern das Wesentliche über eine Geschichte – Deine Geschichte!

Also mach es ihnen so einfach wie möglich, mit Deiner Geschichte die Leser zu erreichen!

Ich habe mit der folgenden Art von Exposé gute Ergebnisse erzielt:

Arbeitstitel
Lass Dir was Klingendes einfallen!

Zeitraum
zB.: Sommer 2008

Thema (Idee):
Das Thema in Kürze (2 bis 3 Sätze)

Motto:
Kurze Botschaft

Gefolgt von einer Art Klappentext.

Teesalon-Lady Berenike Roither ermittelt

Ein … (klassischer Whodunnit, zum Beispiel)

Inhalt:
Der – GANZE – Inhalt. Aber nicht in epischer Breite, sondern die wichtigsten Fakten. 1-2 Seiten Inhalt gilt als Regel.
(Nein, Lektorinnen möchten nicht extra bei Dir nachfragen, wer der Mörder ist …)

Figurenbiographien:
Selbsterklärend, oder? Die Hauptfiguren + die wichtigsten Nebenfiguren in kurzen, treffenden Charakterisierungen.

Regionalbezug:
ZB: Salzkammergut.

Zielgruppe/Marketing:
ZB: Krimileser und -leserinnen zwischen 25 und 55
Menschen, die für guten Tee einen Mord begehen würden. 😉

Besonderheiten:
Der Kriminalroman kann auch gelesen werden als …
… Teefibel mit Geschichten und Rezepten für stilvolle Teezeremonien
… Reiseführer Salzkammergut

Sprache:
Das Buch ist in … (zB: österreichischem Hochdeutsch) gehalten.

Umsetzung/Manuskriptumfang:
Wann wirst Du Dein Manuskript fertig stellen + wie dick soll das Buch werden?
ZB: Abgabe möglich innerhalb von (…) Monaten nach Vertragsabschluss. (Sei realistisch.)
Ich gebe als Umfang die Zeichenanzahl an.

Autorin:
Werdegang in bezug aufs Schreiben, inkl. Veröffentlichungen.

Kategorien: Ein Buch schreiben, Romanschreiben, Sachbuchschreiben | Hinterlasse einen Kommentar

Einen Roman beginnen

Aktuell beginne ich mit der Arbeit am nächsten Kriminalroman mit meiner Heldin, Teelady Berenike. Das Exposé dazu steht seit Herbst und ist vom Verlag abgenickt.

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Vor kurzem begann ich also damit, dem Exposé-Skelett mehr Fleisch zu verleihen. Dazu überlege ich mir den genaueren Handlungsverlauf, und wie ich die Aufklärung des Verbrechens im Buch erzählen will.Dem folgt nach Möglichkeit ein erster Szenenplan.

Ich mache mir Gedanken zu meinen Figuren, tauche noch stärker in ihre Biografien ein, in ihre Handlungsmotive.

Und wieder einmal bin ich verblüfft von diesem magischen Vorgang, der offenbar seit dem Schreiben des Exposés vor sich gegangen ist: die Figuren und ihre Geschichte haben sich quasi im Unbewussten weiter entwickelt.

Das hat nichts damit zu tun, wie es NeuautorInnen oft geht, dass die Figuren „tun was sie wollen“. Viel mehr liegt dieser Effekt daran, dass die Figuren so gut entworfen wurden, dass sie innerhalb ihrer eigenen Logik ein Eigenleben entwickeln können. Und das dürfen sie auch …

Und wie ist Dein Verhältnis zu Deinen Figuren?

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Die wichtigste Schreibregel …

Ich möchte auch ein Buch schreiben, ist einer jener Sätze, die ich am meisten höre. 😉

Dazu gibt es eine wichtige Regel: Schreib! Tu’s! Setz Dich hin, nimm Papier und Stift oder Füllfeder oder Deinen Laptop, ganz egal – aber: FANG AN!

Ja, aber ich finde doch keine Zeit dafür! Ich muss …

Nein. So wird das nix. Wenn Du drauf wartest, dass Dir die Zeit zur Verfügung steht, wirst Du sie nie haben.

Du musst Dich hinsetzen und beschließen: Ich beginne jetzt, mein Buch zu schreiben. Und ich werde dafür Zeit finden.

Im Detail lässt sich das auf verschiedenste Arten lösen: Verzichte aufs Fernsehen. Steh früher auf. Schick die Kinder zu ihrem Vater. Sei erfinderisch. Nimm dir deine Zeit! Schlafen wird sowieso überbewertet. (Scherz. ;-))

Ja, das sind harte Entscheidungen. Aber Du wirst nicht darum herum kommen, wenn Du ein Buch von rund 500.000 Zeichen schreiben willst. An guten Tagen schreibe ich 10.000 Zeichen – Du kannst Dir ausrechnen, wie lange ein Buch allermindestens braucht, um fertig geschrieben zu werden. Und dabei sind noch nicht die Zeiten für Planungen und Überarbeitungen eingerechnet.

Reserviere Dir eine bestimmte Zeit fürs Schreiben (am Dienstag von sieben bis neun) und halte dies auch ein. Schreib es Dir in den Kalender, wenn Du es für nötig befindest. Mach einen Termin draus, den Du mit Dir selbst und Deiner Buchidee hast. Ich habe phasenweise zum Beispiel Montag + Freitag als Schreibtage reserviert. In besonders auftragsintensiven Zeiten könnten das auch nur 4 Stunden pro Woche sein.

Aber tu es!

Und dann leg los!

Na? Hast Du’s getan?

Die meisten tun’s nicht. Aber das ist auch ok!

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Hier entsteht ein Blog …

… über das Bücherschreiben.

 

„Ich möchte auch ein Buch schreiben“ – höre ich sehr, sehr oft.

Hier werde ich dazu mein Wissen sammeln.

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