Warum ich gern in Leipzig wäre …

… es aber nicht bin.

Sie beschreibt es so schön, meine Bochumer Kollegin Andrea Behnke, die ich dank Twitter kennenlernte – und wie sie dachte ich noch vor einer Weile, die Buchmesse in Leipzig nicht zu vermissen.

Und was passiert jetzt?

Twitter heißt der Fluch: Die halbe Welt und drei viertel der Twitteria-Timeline twittern unverschämte Kofferpack-, Standaufbau- und sonstige literarisch voll involvierte Buchmessen-Leipzig-Tweets.

Das Neidlevel steigt in einen hochstelligen Bereich.

Warum?

Wer nicht in der Buchwelt involviert ist, kennt das Wort Leipzig ja nur als Städtenamen.

Aber Leipzig ist viel mehr.

Leipzig ist eine Bücherwelt zum Reinkippen.

Du fährst in der Straßenbahn und siehst so viele Leute mit der Nase im Buch, wie selten wo.

Die ganze Stadt ist voller Veranstaltungen zum Thema Bücher, Geschichten, schreiben, lesen …

Leipzig ist eine Autorenwelt. Du triffst dich mit KollegInnen, die Du zB. aus Twitter, aus dem Autorenforum Montsegur oder von den Mörderischen Schwestern kennst.

Leipzig ist eine LeserInnenwelt. Wenn Du ein wenig Glück hast, nimmst Du selbst an einer Lesung teil. Und /Oder hörst dabei die beeindruckenden Werke von KollegInnen, die Du sofort erstehen musst um sie umgehend zu verschlingen – so erging es mir vor zwei Jahren mit dem damaligen Krimi von Regine Kölpin „Vergangen ist nicht vorbei“. Sah aus, als wäre mir die Straßenbahn absichtlich vor der Nase davongefahren, damit ich eine Weile länger lesen konnte …

Leipzig ist Kontaktauffrischung. Du siehst Deine Lektoren, Verleger und so weiter mal wieder persönlich und hast bei dem einen oder anderen Gläschen Wein auch mal die Gelegenheit zu einem lockeren Pläuschchen. Denn wer kommt schon nach Wien von meinen in Verlagsmenschen in Deutschland?

Was Leipzig allerdings nicht ist …

Leipzig (und keine andere Buchmesse) ist allerdings kein Ort, um Dein Buch zwischen Messestand und verkleideten Besuchern auf die Schnelle zu „verzocken“. Aber auf die Schnelle geht im Buch-„Business“ sowieso gar nichts, deshalb ist bei schnellen Angeboten immer Vorsicht geboten. (Stichwort: Pseudoverlage – vgl. dazu die Liste bekannter Zuschussverlage in Montsegur).

Wer auf einer Messe (in Leipzig oder egal wo) bestimmte Kontakte wahrnehmen, vereinbart tunlichst sehr lange im voraus einen Termin.

Und warum bin ich nun nicht in Leipzig?

Simpel: Der Faktor Zeit. Ständig unterwegs zu sein, wie es in den letzten Jahren bisweilen lief (beruflich, schriftstellerisch auf Recherche, Stipendium in Wiesbaden, etc.), fordert seinen Tribut. Deshalb wähle ich mittlerweile ganz sorgfältig aus, wo ich dieses Jahr sein möchte.

Heuer wird es auf jeden Fall Frankfurt/Wiesbaden/Mainz sein und zwar im November – zum Krimadonna Frauenkrimifestival. Dann muss jemand anderer trost-bloggen!

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Kategorien: Autorin-vernetz-dich | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Warum ich gern in Leipzig wäre …

  1. Treffend ausgedrückt. Und wenn Du nach Frankfurt zum Lesen kommst, hoffe ich, Dir zuhören zu können. Den Termin habe ich mir auf alle Fälle schon im Kalender dick notiert :-).

  2. Ein schöner Beitrag. Mir gefällt, dass du die Wichtigkeit von Kontakten herausstreichst. Viele verbinden mit einem Autor gedanklich eine Person, die jahrein, jahraus einsam nachts im Dunkeln an einem Schreibtisch sitzt, der nur von einer kleinen Lampe diffus erhellt wird … Doch ein Buch ist immer eine Gemeinschaftsleistung. Und für Autoren sind Kontakte immens wichtig: bei Kontakten zu Lektoren und Verlagen ist es offensichtlich, warum sie wichtig sind, den Austausch mit Kollegen, die gegenseitige Hilfestellung hast du schon angesprochen, auch die Testleser. Aber Kontakte sind auch wichtig, um nicht wunderlich zu werden und ständig Selbstgespräche zu führen. 😉

    Ich kenne den Neid, der durch die #lbm12-Tweets ausgelöst wird. Aber ich habe den großen Vorteil, dass parallel zurzeit die LitCologne läuft – mit jeder Menge Lesungen und anderen Veranstaltungen rund um die Literatur. Und das ist praktisch vor meiner Haustür. Morgen gehe ich auf eine Veranstaltung in der Lanxess-Arena („Hier ist nur Blut, Herr Kommissar!?“ Literarisches Gemetzel mit Sebastian Fitzek, Volker Klüpfel & Michael Kobr, Claudia Michelsen, Matthias Brandt, Frank Schätzing und 62 Musiker/-innen), darauf freue ich mich ungemein und das ist ein riesiges Trostpflaster in Bezug auf die Leipziger Buchmesse.

    Zudem möchte ich dieses Jahr wieder für ein oder zwei Tage auf die Frankfurter Buchmesse. Die ist einfach näher als Leipzig und (sorry, Leipzig!) auch größer und bedeutender.

    Danke für das Trostpflaster!

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